Büro mit Meersicht: Experiment “Work From Abroad”

Experiment: Kapstadt – Work From Abroad

Ein Bericht von Jacky Korrodi

Überall hört man das Modewort «Digital Nomad». In unseren Köpfen erscheint sogleich das Bild von denjenigen, die in Bali am Strand sitzen, surfen und nebenbei so einfach ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber wie sieht dies in der Realität aus? Mich beschäftigte dieser Lifestyle nun seit einiger Zeit und ich wollte diese Erfahrung selber machen und ortsunabhängig – nicht nur im Homeoffice – arbeiten.

Das erste Mal, als ich meine Gedanken mit unserer Geschäftsleitung teilte, erhielt ich gleich eine wohlwollende Reaktion. Als zukunftorientiertes Unternehmen in unserer digitalisierten Branche sollte man nicht nur die neuesten Technologien, sondern auch attraktive Arbeitsmodelle (nicht nur für Gen Y!) anbieten. Diese Argumente stimmten klar mit der Vision von CONVERTO überein und unser CEO sah den Wert und auch die Chance, sich so als attraktiver Arbeitsgeber im Markt zu positionieren.

Das «Doing»

Meine Erfahrungen aus diesem Experiment möchte ich nun gerne teilen. Es gibt gewisse Grundregeln sowie Tipps, die man als Arbeitnehmer beachten muss:

  1. Business as usual: Es muss klar sein, dass während der physischen Abwesenheit das normale Daily Business zu keiner Zeit beeinträchtigt wird. Das bedeutet, dass man immer für seine Kunden oder auch für das Team erreichbar sein muss, Aufträge in nützlicher Frist abgibt und seine Arbeit wie im normalen Alltag erledigt. Es gilt: Vertrauen ist wichtig – denk daran, dass dein Arbeitgeber auch ein Risiko eingeht, deshalb enttäusche ihn nicht!
  2. Organisation: Vorbereitung ist essentiell. Wir haben bei uns im Team im Vorfeld abgemacht, dass wir intern über WhatsApp und Skype kommunizieren. Damit ich Kundencalls kostengünstig durchführen konnte, hat sich für mich ein Skype-Abo gelohnt.
  3. Arbeitsplatz: Ich habe mich dafür entschieden, eine AirBnB-Wohnung für meinen einmonatigen Aufenthalt zu mieten, damit ich mir einen fixen Arbeitsplatz einrichten konnte. Dies ist aber kein Must – in fast jeder grösseren Stadt findet man heute Co-Working-Spaces. Auch Cafés können als Arbeitsplatz genutzt werden. Für mich war es zu Beginn wichtig, dass ich, wenn nötig, einen ruhigen Rückzugsort hatte für die Kundentelefonate.
  4. Internetverbindung: Diese ist natürlich das A und O für unser Business. Daher überlegt euch nochmals gut, ob ihr wirklich aus dem Amazonas arbeiten wollt. Klärt im Voraus ab, wie die Stabilität des Netzes ist. Ich hatte jeweils das «normale» WiFi und als Backup mobiles Netz mit 4G.
  5. Zeitzone: Novizen arbeiten idealerweise für das erste Mal nicht in einer komplett anderen Zeitzone! Dies empfiehlt sich besonders für Arbeitnehmende mit intensivem Kundenkontakt. Daher war Kapstadt mit nur einer Stunde Zeitverschiebung ideal für mich!
  6. Mindset: Sonne, Strand und Meer können verlockend sein! Erinnere dich daran, wenn immer die Gefahr zur Ablenkung besteht, dass du hier zum Arbeiten bist. Es ist kein Urlaub! Jedoch sparst du dir täglich den Weg ins Büro und am Abend bist du schneller im Ferienfeeling und hast dir die Auszeit auch verdient.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass sich das Experiment für mich und sicherlich auch für CONVERTO gelohnt hat. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, habe meine Zeit optimal genutzt und bin super motiviert und mit geladenen Vitamin-D-Batterien zurückgekehrt. Ich kann es allen empfehlen, dies auszuprobieren. Wir gehören zu den Glücklichen, die in einer vernetzten, digitalen Branche arbeiten und somit nicht ortsgebunden sind. Ich bin überzeugt, dass dieses Arbeitsmodell in der Zukunft immer mehr gelebt werden wird. Deshalb empfehle ich allen, die die Möglichkeiten haben: just do it!

Kommentare sind deaktiviert